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Zugegeben
- die Idee klingt ein wenig verrückt: Eine Musikklasse der Hauptschule
bringt die Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach per CD einem - hoffentlich
- breiten Publikum zu Gehör. Dabei ist der Lehrer nicht vom Fach,
sondern lediglich mit einem Bach-Spleen ausgestattet; die Schüler
konnten am Schuljahresanfang nicht einmal eine Musiknote lesen.
Also die wohl denkbar schlechtesten Voraussetzungen, um "das in Form,
Ausdruck und Wirkung vollkommenste Werk abendländischer Musik"
(Erhard Krieger, Bach, in: Zeitschrift für evangelische Kirchenmusik,
7. Jhg. Nr. 11, Nov. 1929, S. 227-231) in Szene zu setzen.
Dennoch war es kein Größenwahn, das Projekt anzugehen. Da die
Bachsche Musik im wesentlichen durch die Struktur geprägt ist, bietet
auf der einen Seite die Vertonung des reinen Notentextes ohne irgendwelche
interpretatorischen Künste durchaus schon ein Musikerlebnis. Auf
der anderen Seite läßt genau aus diesem Grunde die Kunst der
Fuge interpretatorische Spielräume zu, wie kaum ein anderes Stück
der Musikgeschichte. Die zahlreichen Aufnahmen, ob mit Klavier, Orgel,
Streicher- oder Bläserquartett und anderen fast schon beliebig zusammengesetzten
Ensembles wie auch das noch immer nicht definitiv gelöste Rätsel,
für welches Instrument die Kunst der Fuge überhaupt komponiert
wurde, bis hin zu der Theorie, das Werk sei lediglich ein musiktheoretisches
Konstrukt und überhaupt nicht für die Aufführung gedacht,
geben auch dem Amateur die Legitimation, sich ungezwungen und frei der
Musik zu widmen.
So haben wir es geschafft, dass computerbegeisterte Schüler nach
der Noteneingabe mit Hilfe eines entsprechenden Musikprogramms ein durchaus
vorzeigbares Ergebnis erzielen konnten. Als Grundlage mußten lediglich
Notenkenntnisse vorausgesetzt werden, die in einem kurzen Kurs über
ca. 10 Unterrichtsstunden erreicht wurden. Dabei waren Disziplinierungsmaßnahmen
wie seitenlanges Violinschlüsselschreiben oder das Üben der
korrekten Schreibweise der Viertelpause nicht vonnöten. Schließlich
erledigt der Computer diese stumpfsinnigen Arbeiten für uns.
Sind die Noten eingegeben (hier kann auch ein Notenscanprogramm hilfreich
sein), kann man - muss man aber nicht - sich der Interpretation widmen.
Die hier vorliegende Aufnahme beansprucht nicht, den strengen Maßstäben
eines Musikkritikers oder -fachmanns zu genügen. Rhythmik, Dynamik
und Artikulation sind den verschiedenen Stimmen der Fugen und Canons eher
aus dem Bauch als mit Verstand zugewiesen. Uns hat es jedenfalls gefallen.
Wer es anders haben will, soll es anders machen. Darum finden sich im
ersten Track die Midi-Daten zu allen Fugen und Canons (Auf unseren Internet-Seiten
finden sich ständig aktualisierte und korrigierte Midi-Daten!!).
Mit einem Computerprogramm, das Noten bearbeiten kann, besteht die Möglichkeit,
die Stücke beliebig zu verändern. Man kann hier auch den verschiedenen
Stimmen die unterschiedlichen Instrumente zuweisen. Die Möglichkeiten,
die sich hier bieten, sind fast unerschöpflich.
Thomas Königshofen
Heinrich-Böll-Schule,
Klasse 10, Schuljahr 1998/1999
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Contrapunctus 1 (MIDI)
Contrapunctus 2 (MIDI)
Contrapunctus 3 (MIDI)
Contrapunctus 4 (MIDI)
Contrapunctus 5 (MIDI)
Contrapunctus 6, a 4, im Stile francese (MIDI)
Contrapunctus 7, a 4, per Augmentationem et Diminutionem (MIDI)
Contrapunctus 8, a 3 (MIDI)
Contrapunctus 9, a 4, alla Duodecima (MIDI)
Contrapunctus 10, a 4, alla Decima (MIDI)
Contrapunctus 11, a 4 (MIDI)
Contrapunctus 12, a 4 (MIDI)
Inversus a 4 (MIDI)
Contrapunctus 13, a 3 (MIDI)
Inversus a 3 (MIDI)
Canon alla Ottava (MIDI)
Canon alla Decimain Contrapuncto alla Terza (MIDI)
Canon alla Duodecima in Contrapuncto alla Quinta (MIDI)
Canon per Augmentationem in contrario motu (MIDI)
Contrapunctus 14 (MIDI)
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